„Das war mir doch egal, dass er geweint hat!“ – Sätze wie dieser treffen Eltern mitten ins Herz. Wenn das eigene Kind kühl auf die Gefühle anderer reagiert oder scheinbar kein Mitgefühl zeigt, schleicht sich schnell die Angst ein: Entwickelt sich mein Kind zu einem empathielosen Kind?
Zuerst einmal: Atme tief durch. Dass du dir diese Fragen stellst, zeigt bereits, wie wichtig dir die Herzensbildung deines Kindes ist. In diesem Artikel schauen wir uns an, warum manche Kinder zeitweise keine Empathie zeigen und wie ihr im Alltag gemeinsam Empathie lernen könnt.
Was bedeutet Empathie bei Kindern eigentlich?
Empathie ist die Fähigkeit, sich in die Gefühle und Gedanken eines anderen Menschen hineinversetzen zu können. Das klingt simpel, ist aber eine Höchstleistung des menschlichen Gehirns. Man unterscheidet dabei:
- Emotionale Empathie: Mitfühlen (ich spüre deinen Schmerz)
- Kognitive Empathie: Verstehen (ich verstehe, warum du traurig bist)
Bei Kindern ist dieser „Empathie-Muskel“ noch im Training. Er muss erst wachsen genau wie die Fähigkeit zu laufen oder zu sprechen.
Fehlende Empathie bei Kindern: Die Ursachen
Wenn Eltern das Gefühl haben, ihrem Kind fehle es an Mitgefühl, stecken meist keine bösen Absichten dahinter. Die fehlende Empathie bei Kindern hat meist Ursachen, die in der Entwicklung liegen:
- Die biologische Reife: Das Zentrum im Gehirn, das für den Perspektivwechsel zuständig ist, reift oft erst zwischen dem 4. und 5. Lebensjahr richtig aus. Vorher sind Kinder „egozentrisch“ – nicht aus Egoismus, sondern weil sie biologisch noch nicht anders können.
- Emotionale Überforderung: Manchmal ist das Mitgefühl so stark, dass das Kind „dichtmacht“, um sich selbst zu schützen. Es wirkt dann kalt, ist aber eigentlich überflutet.
- Stress und Unsicherheit: Ein Kind, das sich gerade selbst nicht sicher oder verstanden fühlt, hat keine Kapazitäten frei, um sich um die Gefühle anderer zu kümmern.
- Neurodiversität: Bei Kindern mit Autismus oder ADHS kann die Verarbeitung sozialer Signale anders ablaufen. Hier fehlt nicht das Gefühl, sondern oft das korrekte „Entschlüsseln“ der Situation.
Die brennende Frage: Kann man Empathie lernen?
Die klare Antwort lautet: Ja! Empathie ist keine starre Charaktereigenschaft, die man hat oder nicht hat. Es ist eine Kompetenz. Das kindliche Gehirn ist extrem wandlungsfähig.
💡Wichtig ist: Keine Empathie zu zeigen, sollte nie mit harter Strafe quittiert werden. Scham („Schäm dich, dass du so böse warst!“) blockiert das Lernzentrum im Gehirn. Stattdessen hilft Begleitung. Empathie lernt ein Kind am besten dadurch, dass es selbst Empathie erfährt.
Kindern Empathie beibringen: Strategien für den Alltag
Du fragst dich, wie du im Trubel zwischen Kita, Schule und Spielplatz Kindern Empathie beibringen kannst? Hier sind drei goldene Regeln:
- Gefühle benennen: Wer seine eigenen Gefühle kennt, kann sie bei anderen lesen. „Ich sehe, du bist gerade richtig wütend, weil der Turm umgefallen ist.“
- Vorbild sein: Kinder spiegeln uns. Wenn wir empathisch mit der Kassiererin im Supermarkt oder dem traurigen Nachbarn umgehen, schauen sie sich das ab. 🤝
- Perspektivwechsel anregen: Statt „Sag Entschuldigung!“ (was oft nur nachgeplappert wird), frage lieber: „Schau mal das Gesicht von Jonas an. Was glaubst du, wie er sich gerade fühlt?“
Praktische Empathie-Lernen-Übungen für zuhause
Du musst keine Therapie-Sitzungen abhalten. Spielerische Empathie lernen Übungen lassen sich wunderbar in den Tag integrieren:
- Das Rate-Spiel der Gefühle: Schneidet Gesichter aus Zeitschriften aus und ratet: Ist die Person glücklich, überrascht oder traurig?
- Vorlesen & Stoppen: Halte beim Vorlesen inne. „Oje, der kleine Hase ist ganz allein im Wald. Was meinst du, was er jetzt gerade braucht?“ 📖
- Digitale Helfer nutzen: Auch Medien können unterstützen. Bei EDURINO haben wir genau dafür die Figur Leo entwickelt. In der Welt von Leo lernt dein Kind spielerisch, Gefühle bei sich und anderen zu erkennen und darauf zu reagieren. Das ist „Social Emotional Learning“, verpackt in ein Abenteuer.
- Die „Wiedergutmachung“: Statt einer hohlen Entschuldigung, lass dein Kind überlegen: „Was würde dem anderen jetzt helfen?“ (Ein Pflaster, ein gemaltes Bild, ein Kuscheltier?).


Fazit: Mit Geduld zum Mitgefühl
Es ist völlig normal, dass Kinder Phasen haben, in denen sie scheinbar keine Empathie zeigen. Oft sind sie einfach mit ihrer eigenen Gefühls-Achterbahn beschäftigt. Deine Aufgabe ist es nicht, dein Kind zu „reparieren“, sondern ihm den Weg zu zeigen.
Mit viel Liebe, Geduld und den richtigen Impulsen – ob im Gespräch oder durch pädagogische Spiele – wird dein Kind Schritt für Schritt lernen, die Welt mit den Augen anderer zu sehen. ✨
Möchtest du mehr darüber erfahren, wie unser Charakter Leo dein Kind bei der emotionalen Entwicklung begleiten kann? Schau dir hier unsere Lernwelt zu den Gefühlen an!
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema fehlende Empathie bei Kindern
Hier findest du die passenden Fragen und Antworten die dich zum Thema fehlende Empathie bei Kindern beschäftigen.
Warum hat mein Kind keine Empathie?
Meist liegt es an der natürlichen Entwicklung. In jungen Jahren sind Kinder biologisch noch stark auf sich selbst fixiert. Auch Stress oder emotionale Überflutung können dazu führen, dass ein Kind kurzzeitig keine Empathie zeigen kann, es ist dann schlichtweg mit seinen eigenen Gefühlen überfordert.
In welchem Alter entwickelt sich Empathie?
Erste Ansätze zeigen sich ab 2 Jahren. Ein echter Perspektivwechsel („Ich verstehe, was du fühlst“) entwickelt sich bei den meisten Kindern aber erst zwischen dem 4. und 5. Lebensjahr. Komplett abgeschlossen ist diese soziale Reifung oft erst nach der Pubertät.
Welche Störung verursacht einen Mangel an Empathie?
Ein dauerhafter Mangel kann Anzeichen für Autismus-Spektrum-Störungen, ADHS oder Bindungsstörungen sein. Oft liegt jedoch keine Störung vor, sondern eine Verzögerung in der emotionalen Reife. Bei ernsthafter Sorge vor dem Etikett „empathielose Kinder“ sollte immer ein Kinderarzt zurate gezogen werden.
Wie bringe ich einem Kind Empathie bei?
Am besten durch Vorleben und Benennen von Gefühlen. Nutze spielerische Empathie lernen Übungen, stelle Fragen zum Perspektivwechsel („Wie fühlt sich dein Freund jetzt?“) und verwende pädagogische Tools wie EDURINO, um die soziale Kompetenz kindgerecht zu fördern.












