„Das war ich nicht!“ oder „Ich will das aber jetzt haben!“ – Kommen dir diese Sätze bekannt vor? In der Trotzphase wirken unsere Kleinen oft wie kleine Egoisten. Doch keine Sorge: Das ist völlig normal. Die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, ist ein komplexer Prozess. In diesem Artikel erfährst du, wann Kinder Empathie entwickeln und wie du sie dabei liebevoll begleiten kannst. ✨
1. Die Meilensteine: Wann lernen Kinder Empathie?
Die Empathie-Entwicklung bei Kindern beginnt viel früher, als wir oft denken, verläuft aber in Etappen. Es ist ein Reifungsprozess des Gehirns, der Zeit und Übung braucht.
- Ab der Geburt (Das emotionale Echo): Schon Babys reagieren auf die Gefühle anderer. Wenn ein Baby auf der Neugeborenenstation weint, stimmen oft alle anderen mit ein. Das ist noch kein bewusstes Mitgefühl, sondern eine „emotionale Ansteckung“
- Empathie beim Kleinkind (1,5 bis 3 Jahre): In diesem Alter verstehen Kinder langsam, dass sie eine eigene Person sind. Sie versuchen vielleicht schon, ein weinendes Kind zu trösten, indem sie ihm ihren eigenen Schnuller geben. Sie wissen: „Da ist Traurigkeit“, aber sie handeln noch nach ihren eigenen Bedürfnissen
- Der Durchbruch (4 bis 5 Jahre): Hier passiert das Magische. Kinder entwickeln die sogenannte „Theory of Mind“. Sie verstehen nun, dass andere Menschen andere Gedanken und Gefühle haben können als sie selbst. Das ist der Moment, ab wann Kinder Empathie wirklich aktiv anwenden können
2. Der Selbsttest: Wie steht es um das Mitgefühl?
Viele Eltern suchen nach einem klassischen Empathie-Test für Kinder. Den einen „Test“ gibt es im Alltag nicht, aber du kannst dein Kind beobachten. Achte auf folgende Signale:
- Reaktion auf Schmerz: Kommt dein Kind zu dir, wenn du dir den Fuß gestoßen hast?
- Teilen: Versucht dein Kind (zumindest gelegentlich), ein Spielzeug abzugeben, um jemanden aufzuheitern?
- Nachfragen: Fragt dein Kind: „Warum weint die Frau da?“
💡 Wichtig: Die Empathiefähigkeit bei Kindern ist tagesformabhängig. Wenn dein Kind müde oder hungrig ist, fällt es ihm deutlich schwerer, mitzufühlen – genau wie uns Erwachsenen!
3. Schritt für Schritt: Wie lernen Kinder Empathie?
Empathie ist wie ein Muskel, der trainiert werden will. Aber wie lernen Kinder Empathie am besten?
- Durch Vorbilder: Du bist der Spiegel deines Kindes. Wenn du empathisch mit deinen eigenen Fehlern und den Gefühlen anderer umgehst, schaut sich dein Kind das ab
- Spiegelneuronen: Unser Gehirn hat spezielle Zellen, die dafür sorgen, dass wir mitempfinden, was wir sehen. Je mehr positive, soziale Interaktionen dein Kind erlebt, desto aktiver werden diese Verbindungen
- Gefühlsvokabular: Kinder können nur mitfühlen, wenn sie Gefühle benennen können. Hilf deinem Kind dabei: „Du bist gerade richtig wütend, weil der Turm umgefallen ist, oder?“
4. Tipps für den Alltag: Empathie bei Kindern fördern
Du möchtest deinem Kind Empathie beibringen, ohne dass es sich nach „Unterricht“ anfühlt? Das geht am besten spielerisch!
- Perspektivwechsel üben: Frage beim Vorlesen: „Was glaubst du, wie sich der kleine Bär gerade fühlt, so ganz allein im Wald?“
- Rollenspiele: Ob Kaufmannsladen oder Arztpraxis – im Spiel schlüpfen Kinder in andere Rollen und erleben fremde Perspektiven hautnah.
Digitale Unterstützung mit Herz
Auch moderne Medien können helfen. Bei EDURINO haben wir mit der Figur “Leo“ eine ganze Welt geschaffen, in der es um Gefühle und soziale Kompetenz geht. Durch interaktive Übungen lernt dein Kind, Mimik zu deuten und Situationen emotional einzuschätzen. 🦊📱

Fazit: Ein lebenslanger Lernprozess
Die Frage „Wann entwickeln Kinder Empathie?“ lässt sich also so beantworten: Der Grundstein wird früh gelegt, aber das Gebäude wird ein Leben lang ausgebaut. Sei geduldig. Empathie ist ein großes Geschenk, das mit Liebe, Sicherheit und viel Übung wächst.
Möchtest du mehr darüber erfahren, wie du die emotionale Intelligenz deines Kindes mit Leo und EDURINO spielerisch unterstützen kannst? Schau dir hier unsere Lernwelt zu den Gefühlen an!
FAQ: Das Wichtigste auf einen Blick
Hier findest du die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Empathie entwickeln bei Kindern.
Ab wann entwickeln Kinder echte Empathie?
Erste Anzeichen zeigen sich mit etwa 18 Monaten. Die Fähigkeit, sich wirklich in andere hineinzuversetzen, festigt sich jedoch meist erst im Alter von 4 bis 5 Jahren.
Kann man Kindern Empathie beibringen?
Ja! Empathie ist wie ein Muskel. Durch Vorbilder, das Benennen von Gefühlen und spielerische Rollenwechsel kannst du die Empathiefähigkeit deines Kindes aktiv fördern.
Warum reagiert mein Kind manchmal völlig ohne Mitgefühl?
Das ist oft reine Biologie. Bei Stress, Müdigkeit oder Wut ist das kindliche Gehirn mit den eigenen Emotionen überfordert. Mitgefühl braucht Ruhe und Sicherheit, um sich zu zeigen.
Wie fördere ich Empathie beim Kleinkind spielerisch?
Nutze den Alltag: „Schau mal, der Junge weint. Was glaubst du, hilft ihm jetzt?“ Auch Geschichten und Lernwelten wie EDURINO helfen dabei, Emotionen bei anderen besser zu deuten.












