Wut, Freude, Angst oder Enttäuschung – die Welt der Emotionen ist für unsere Kleinen oft wie ein riesiger, wilder Ozean. Manchmal schlagen die Wellen so hoch, dass ein heftiger Wutanfall an der Supermarktkasse oder Tränen aus dem Nichts die Folge sind.
Viele Eltern kennen das: Dein Kind kann Gefühle nicht ausdrücken und reagiert stattdessen mit körperlichem Widerstand oder völligem Rückzug. Doch keine Sorge, das ist völlig normal! Gefühle zeigen lernen ist ein Prozess, der Zeit und Begleitung braucht. In diesem Artikel erfährst du, wie du gemeinsam mit deinem Kind die Sprache des Herzens lernst. ❤️
Warum ist es so wichtig, mit Kindern über Gefühle zu sprechen?
Emotionale Intelligenz ist eine der wichtigsten Superkräfte, die wir unseren Kindern mitgeben können. Sie ist das Fundament für Resilienz (psychische Widerstandskraft) und ein gesundes Selbstwertgefühl.
Wenn wir regelmäßig über Gefühle sprechen, passiert etwas Magisches:
- Bindung: Dein Kind fühlt sich gesehen und verstanden
- Entlastung: Ein benanntes Gefühl verliert oft seinen Schrecken („Name it to tame it“)
- Selbstregulation: Erst wenn Kinder Gefühle erkennen, können sie lernen, konstruktiv mit ihnen umzugehen
Schritt für Schritt: So lernen Kinder, Gefühle auszudrücken
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – das gilt auch für die emotionale Entwicklung. Damit dein Schatz lernt, seine Gefühle auszudrücken, braucht er dich als „Gefühls-Dolmetscher“.
So gehst du am besten vor:
- Vorbild sein: Zeige selbst deine Emotionen. „Ich bin heute ein bisschen traurig, weil es regnet“ ist wertvoller als ein verstecktes Seufzen
- Wortschatz erweitern: Hilf deinem Kind, Worte für das zu finden, was es spürt
- Validieren: Sag niemals „Das ist doch nicht so schlimm“. Für dein Kind ist es in diesem Moment das Schlimmste auf der Welt. Ein einfaches „Ich sehe, dass du gerade richtig wütend bist“ wirkt Wunder 🪄
Wenn das Kind Gefühle nicht ausdrücken kann: Tipps für den Alltag
Manchmal blockieren Kinder völlig. Das liegt oft daran, dass das Gehirn bei starken Emotionen in den „Überlebensmodus“ schaltet. In solchen Momenten ist Logik zwecklos.
Gefühle zeigen bei Kindern klappt oft besser über den Körper. Achte mal darauf:
- Wo sitzt das Gefühl? „Hast du ein flaues Gefühl im Bauch?“ oder „Sind deine Fäuste gerade ganz fest?“ 👊
- Körperliche Nähe: Manchmal hilft eine feste Umarmung mehr als tausend Worte
- Pause machen: Wenn der Sturm zu groß ist, erst einmal zur Ruhe kommen und später (in einer entspannten Situation) darüber sprechen
Spielerisch die Welt der Emotionen entdecken
Kinder lernen am besten, wenn sie Spaß haben! Um das Gefühle erkennen zu üben, kannst du kreative Hilfsmittel nutzen:
- Mimik-Raten: Schneidet vor dem Spiegel Gesichter – wie sieht „überrascht“ aus, wie „ängstlich“? 😮
- Emotions-Karten: Bilder von Gesichtern helfen dabei, den aktuellen Gemütszustand zu zeigen, wenn die Worte fehlen
- Digitale Lernwelten: Auch EDURINO unterstützt euch dabei! Mit unseren Spielfiguren und den passenden Lerninhalten in der App erkunden Kinder spielerisch soziale Kompetenzen und lernen, verschiedene Situationen emotional einzuordnen 🦊💻

Fazit: Ein Weg der kleinen Schritte
Mit Kindern über Gefühle zu sprechen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es gibt Tage, da klappt es wunderbar, und Tage, da fliegen die Fetzen. Das Wichtigste ist: Bleib dran und sei geduldig mit dir und deinem Kind. Wenn wir unseren Kindern beibringen, ihre Gefühle zu zeigen, schenken wir ihnen die Freiheit, ganz sie selbst zu sein. ✨
FAQ: Häufige Fragen zum Thema mit Kindern über Gefühle sprechen
Hier findest du häufig gestellte Fragen und Antworten rund um das Thema mit Kindern über Gefühle sprechen.
Ab wann können Kinder ihre Gefühle benennen?
Erste Grundemotionen wie Freude oder Wut erkennen Kinder oft schon ab ca. 2 Jahren. Die Fähigkeit, komplexere Gefühle wie Scham oder Eifersucht auszudrücken, entwickelt sich meist zwischen dem 4. und 6. Lebensjahr.
Was tun, wenn mein Kind bei Wut um sich schlägt?
In der akuten Situation steht Sicherheit an erster Stelle. Begleite dein Kind, halte es ggf. sanft fest oder biete ein Kissen zum Boxen an. Sprich erst über die Situation, wenn sich das Nervensystem wieder beruhigt hat.
Wie reagiere ich, wenn mein Kind seine Gefühle unterdrückt?
Schaffe einen sicheren Raum ohne Bewertung. Signalisiere: „Alle Gefühle sind bei uns willkommen.“ Manchmal helfen Bücher oder Rollenspiele mit Kuscheltieren, um den Knoten zu lösen.
Warum ist es wichtig, dass auch Jungs Gefühle zeigen?
Das Klischee „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ ist veraltet und schädlich. Alle Kinder profitieren davon, emotional offen zu sein, um später gesunde Beziehungen führen zu können und psychisch stabil zu bleiben. 💙












