Vor Kurzem habe ich eine Schlagzeile gelesen, die von einer mentalen Gesundheitskrise bei jungen Menschen sprach. Wie viele andere Erwachsene hat mich das innehalten lassen. Wir sprechen heute mehr denn je über Ängste, Stress und emotionales Wohlbefinden bei Kindern. Doch auch wenn das Thema die Sprache rund um mentale Gesundheit präsenter geworden ist – die Gefühle selbst sind nicht neu.
Mentale Gesundheit betrifft uns alle . Und sie macht keinen Halt vor dem Alter. und sie macht keine Unterschiede hinsichtlich des Alters.
Kinder empfinden Sorgen, Traurigkeit, Frust, Freude und Überforderung genauso intensiv wie Erwachsene. Der Unterschied ist: Sie lernen erst noch, diese Gefühle einzuordnen und mit ihnen umzugehen. Ehrlich gesagt tun wir Erwachsenen uns damit manchmal selbst noch schwer. Auch mit Lebenserfahrung bleibt mentale Gesundheit komplex, für Für Kinder beginnt diese Reise gerade erst.
Was sie dabei am meisten brauchen, ist nicht Perfektion von den Erwachsenen um sie herum – sondern Verbindung, Sicherheit und Zugehörigkeit.
Studien zeigen, dass etwa jedes fünfte Kind im Laufe seiner Kindheit psychische Herausforderungen erlebt, am häufigsten in Form von Angst oder gedrückter Stimmung. Schulen und pädagogische Einrichtungen berichten zunehmend von Kindern, die sich überfordert, allein oder orientierungslos fühlen.
Warum die Children’s Mental Health Week so wichtig ist
Die Children’s Mental Health Week steht unter dem Thema Zugehörigkeit. Als Lehrerin und als Mama habe ich gelernt:
Wenn Kinder das Gefühl haben, dazuzugehören, fällt es ihnen leichter, Gefühle auszudrücken, Resilienz zu entwickeln und gesunde Beziehungen aufzubauen.
Zugehörigkeit bedeutet nicht, sich anzupassen oder Erwartungen zu erfüllen. Es bedeutet, zu wissen: Ich werde so angenommen, wie ich bin.
Wenn Kinder dieses Gefühl erleben, entsteht eine emotionale Sicherheit, die es ihnen erlaubt, große Gefühle zu haben – und sich trotzdem verbunden zu fühlen mit den Menschen und Orten um sie herum.
Als ich meine Kinder durch eine Zeit der Trauer begleitet habe, wurde mir das noch einmal besonders bewusst. Trauer lässt sich nicht beschleunigen oder überspringen. Sie hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, dass Kinder sich emotional gehalten und geerdet fühlen – gerade in Phasen von Veränderung und Unsicherheit.
Zugehörigkeit heißt nicht, dass immer alles leicht ist. Es heißt, dass ein Kind weiß: Es gibt einen Ort, an dem ich verstanden werde – auch an schweren Tagen.
Zugehörigkeit im Familienalltag stärken
Oft gehen wir davon aus, dass Zugehörigkeit einfach entsteht. Aber sie kann auch ganz bewusst geschaffen werden – durch kleine, wiederkehrende Momente.
Sie wächst im Alltag: Gespräche am Esstisch, gemeinsame Geschichten vor dem Schlafengehen, leise kurze Check-ins nach der Schule.
Wenn Kinder wissen, dass es sichere Menschen Personen und sichere Räume gibt, beginnen sie darauf zu vertrauen, dass ihre Gefühle gesehen und gehalten werden.
Wenn Kinder wissen, dass sie sichere Menschen und sichere Orte haben, beginnen sie zu vertrauen, dass ihre Gefühle angenommen und verstanden werden.
Die mentale Gesundheit von Kindern zu unterstützen heißt nicht, ihnen jede Herausforderung abzunehmen. Es geht darum, ihnen Werkzeuge und Strategien mitzugeben, damit sie ihre Gefühle erkennen, verstehen und durchleben können.
Emotionale Kompetenz – also Gefühle benennen und einordnen zu können – entwickelt sich mit der Zeit. Je mehr sichere Gelegenheiten Kinder haben, Emotionen zu erforschen, desto sicherer werden sie im Umgang mit ihnen.
Je mehr Möglichkeiten Kinder haben, Emotionen auf sichere Weise zu erforschen, desto sicherer werden sie im Umgang mit ihnen.
Kinder lernen nicht immer am besten durch Gespräche, sie Sie lernen durch Spiel, Geschichten, Rituale und gemeinsame Erlebnisse. Wenn wir emotionale Bildung ganz natürlich in den Alltag integrieren, fühlt sie sich nicht wie eine Lektion an – sondern wie Leben. Indem wir emotionales Lernen ganz natürlich in den Alltag integrieren, helfen wir Kindern, diese Fähigkeiten zu entwickeln, ohne dass es sich wie Unterricht anfühlt.
Die Entwicklungsforschung zeigt immer wieder, dass Geschichten, Schreiben oder Malen, spielerische Gespräche und sensorische Regulation Kindern helfen können, Gefühle auf eine sichere, natürliche Weise zu verarbeiten. Diese Ansätze unterstützen das Nervensystem und schaffen die Ruhe, die Kinder brauchen, um zu sprechen, nachzudenken und in Verbindung zu bleiben.
Einfache Wege, Zugehörigkeit und emotionales Verständnis zu fördern
1. Gute-Nacht-Geschichten & kleine Gespräche
Die Zeit vor dem Einschlafen ist oft besonders ruhig und verbindend. Geschichten über Freundschaften, Sorgen oder Gefühle helfen Kindern, sich selbst darin wiederzuerkennen.
Fragen wie:
„Wie glaubst du, hat sich die Figur gefühlt?“ oder
„Kennst du so etwas aus deinem Tag?“
können sanfte, wertvolle Gespräche öffnen.
2. Emotionale Check-ins
Ein täglicher Check-in kann ganz einfach sein: Ein Gefühl aus dem Tag benennen. Manche Familien nutzen das „Rose, Dorn & Knospe“-Prinzip:
Ein schöner Moment, ein schwieriger Moment und etwas, worauf man sich freut.
So entsteht emotionale Achtsamkeit – ohne Druck.
3. Tagebücher & Malräume
Nicht jedes Kind möchte sofort sprechen. Ein kleines Heft, ein Gefühlstagebuch oder Zeit zum Malen bieten einen geschützten Raum für Ausdruck.
Jüngere Kinder malen Farben oder Gesichter, ältere schreiben vielleicht ein paar Worte. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Ausdruck.
4. Gefühle im Alltag benennen
Wenn Kinder überfordert oder traurig sind, hilft es, sanft zu spiegeln, was du wahrnimmst:
„Das sieht gerade nach Frust aus.“
„Das war bestimmt enttäuschend.“
So lernen Kinder: Gefühle haben Namen; und sie dürfen ausgesprochen werden.
5. Sichere Menschen & sichere Orte
Kinder profitieren davon zu wissen, an wen sie sich wenden können. Das kann ein Elternteil, eine Lehrkraft, ein Familienmitglied oder eine andere Vertrauensperson sein.
Ein ruhiger Ort zu Hause – eine Kuschelecke mit Büchern, weichen Materialien oder sensorischen Hilfsmitteln – kann zusätzlich Sicherheit geben, wenn Gefühle groß werden. die Emotionen stark sind.
Sensorische Spielzeuge können hier sehr unterstützen: Stressbälle, weiche Materialien, Knete, Fidget-Toys, Gewichte oder sanfte Lichter helfen vielen Kindern, zur Ruhe zu kommen. Oft muss erst der Körper entspannen, bevor Gefühle verarbeitet werden können.
Wenn Kinder diese Hilfsmittel wertfrei nutzen dürfen, lernen sie mit der Zeit, was ihnen guttut und sie erdet.
6. Gefühle normalisieren
Eine der wichtigsten Botschaften für Kinder ist: Alle Gefühle sind erlaubt.
Freude, Wut, Traurigkeit, Aufregung und Sorge gehören zum Menschsein. Wenn wir Gefühle anerkennen statt sie kleinzureden, lernen Kinder, dass Emotionen kommen und gehen – und dass Hilfe holen sicher ist.
Zugehörigkeit als Fundament
Für mich wird dieses Thema immer sowohl beruflich als auch persönlich bleiben. Als Mama, die ihre Kinder durch Verlust und Veränderung begleitet, habe ich erlebt, wie kraftvoll es ist, wenn Kinder sich sicher, gehört und zugehörig fühlen.
Wir können sie nicht vor jedem schweren Moment schützen – und das müssen wir auch nicht. Aber wir können Häuser, Familien ein Zuhause und Gemeinschaften schaffen, in denen ihre Gefühle willkommen sind. Orte, an denen sie Werkzeuge finden, um zu verstehen, was in ihnen passiert. Orte, an denen sie immer wieder spüren: Du bist nicht allein.
Zugehörigkeit entsteht nicht durch große Gesten. Sie wächst leise im Alltag.
Im Zuhören. Im Dabeisitzen. Im Raum geben für Gefühle. Und in der Erinnerung daran, dass jedes Kind genau so, wie es ist, einen Platz in dieser Welt hat.
Wenn wir Kindern dieses Gefühl von Zugehörigkeit schenken, geben wir ihnen etwas fürs Leben: Ein Fundament aus Sicherheit, Resilienz und dem Wissen, verstanden zu werden.






