Endlich ein Schulkind - Das müsst ihr wissen!

Endlich ein Schulkind - Das müsst ihr wissen!

Für rund 700.000 Jungen und Mädchen beginnt nach den Sommerferien ein neuer Lebensabschnitt: Sie werden endlich zum Schulkind! Was das bedeutet und wie ihr eure Kinder bei diesem wichtigen Schritt in die neue Selbstständigkeit unterstützen könnt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Was bedeutet eigentlich die Schulpflicht?

Alle Kinder, die in Deutschland leben, müssen die Schule besuchen. Positiv ausgedrückt kann man es auch so formulieren: Jedes Kind hat das Recht, eine Schule zu besuchen. Verfassungsrechtlich wird das Recht auf Bildung aus dem Gleichheitsgrundsatz (Art. 3 Grundgesetz) und dem Grundsatz auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 GG) hergeleitet. Die Schulpflicht dauert in Deutschland, je nach Bundesland, zwischen neun (Bayern) und zehn Jahren (Berlin). Wiederholt ein Kind eine Klasse, zählt das wiederholte Jahr mit. Damit die Eltern die Schulpflicht ihres Kindes erfüllen können, stellt der Staat die erforderlichen Einrichtungen bereit. Die Eltern müssen dafür ihr Kind rechtzeitig zum Schulbesuch anmelden. Wird die Anmeldung versäumt, muss mit einer Strafverfolgung gerechnet werden. Außerdem stehen Eltern in der Sorgfaltspflicht, für einen pünktlichen Schulbesuch zu sorgen. Ihre Kinder müssen sie mit den erforderlichen Schulmaterialen ausstatten und sind für die Krankmeldung bei entsprechenden Schulversäumnissen verantwortlich.

Wann kommt mein Kind eigentlich in die Schule?

Bekannt ist, dass die Bildung in Deutschland Ländersache ist. Aber dass sich dies nicht nur auf verschiedene Lehrpläne, unterschiedliche Sommerferienzeiten und Prüfungsformen auswirkt, sondern auch auf das Eintrittsalter der ErstklässlerInnen, wissen nur die wenigsten. So gab es bis zum Jahr 1997 noch die Regelung, dass alle Kinder, die bis zum 30. Juni sechs Jahre alt wurden, im gleichen Jahr nach den Sommerferien eingeschult wurden. Ende der 90er Jahre beschloss die Kultusministerkonferenz eine zeitliche Ausdehnung der geltenden Stichtagsregelungen. So können seitdem die 16 Bundesländer selbst entscheiden, wann ihr präferierter Stichtag ist. So hat die Mehrheit entschieden, dass alle Kinder, die bis zum 30. Juni des aktuellen Jahres sechs Jahre alt werden, auch noch im gleichen Jahr schulpflichtig werden. Thüringen setzt dafür aber zum Beispiel den 01. August an, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen beispielsweise den 30. September.

Eine frühere Einschulung ist möglich

Manche Kinder scheinen in ihrer Entwicklung schon weiter als Andere. Wenn ihr das Gefühl habt, dass euer Kind in der Kita ggf. unterfordert sein könnte und ihr es früher einschulen lassen wollt, gibt es Folgendes zu beachten. Zunächst einmal solltet ihr mit den entsprechenden PädagogInnen über euren Eindruck sprechen. Decken sich hier die Meinungen, solltet ihr darauf achten, dass euer Kind bereits die U9 Vorsorgeuntersuchung beim Haus- oder Kinderarzt absolviert hat. Diese findet in der Regel zwischen dem 69. und 64. Monat statt. Die Untersuchung klärt, ob euer Kind in den ersten fünf Jahren seines Lebens die körperlichen, geistigen, sozialen, emotionalen und sprachlichen Fähigkeiten entwickelt hat, um sich in der Schule problemlos zurecht zu finden. Aber vorsicht:: Die U9 ersetzt dabei nicht die Schuleingangsuntersuchung. Letztere wird durchgeführt, um gegebenenfalls einen besonderen Förderbedarf frühzeitig zu erkennen. Es müssen also letztendlich beide Untersuchungen gemacht werden. Neben einem weiteren Gespräch mit der zukünftigen Schulleitung, ist es außerdem notwendig, die vorzeitige Einschulung bei dem zuständigen Schulamt zu beantragen. Bitte beachtet, dass eine frühzeitige Einschulung wirklich gut überlegt sein sollte, da sie neben vielen Vorteilen auch einige Nachteile haben kann.

Einschulungen in Zahlen

Studien vom statistischen Bundesamt (Destatis) haben ergeben, dass die Anzahl der Einschulungen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Aufgrund der demografischen Entwicklungen und der damit verbundenen höheren Geburtenzahlen ab dem Jahr 2014 wurden beispielsweise im Jahr 2021 so viele Kinder eingeschult wie zuletzt im Jahr 2007. Durchschnittlich gab es im Jahr 2020 bundesweit rund 3,0 % mehr Kinder im einschulungsrelevanten Alter zwischen 5-7 Jahren als in den Jahren zuvor. Im Jahr 2021 zeigte Bremen mit 7,0 % den höchsten Anstieg von EinschulungskandidatInnen, Berlin den kleinsten mit 0,6%. Nur Sachsen verzeichnete keine Veränderung und Thüringen zeigte als einziges Bundesland eine rückläufige Anzahl der SchulanfängerInnen (0,8%).

Die Institution, die Kinder in ihrem ersten Schuljahr mit Abstand am häufigsten besuchen, ist die Grundschule. Im Jahr 2021 wurden 93,6% der schulpflichtigen Kinder hier eingeschult. Weitere 3,0% besuchten eine Förderschule, 2,4% eine integrierte Gesamtschule und 1,0% freie Waldorfschulen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 3,4% mehr Einschulungen an Waldorfschulen und prozentual fast genauso viele zusätzliche an Grundschulen (3,1%). Nur an Förderschulen gab es einen leichten Rückgang zu verzeichnen (-0,9%).



Vorbereitung auf die Einschulung

Neben der Vorschule, die die Kinder in Kita und Kindergarten schon auf eine schulähnliche Lernumgebung vorbereiten, bietet ein Tag der offenen Tür in der Grundschule die Möglichkeit, die Kinder mit der neuen Umgebung vertraut zu machen. (Hör-) bücher und Kurzfilme über den Schulbeginn sowie Gespräche mit eurem Kind, was es in der Schule erwarten könnte, helfen eurem Schützling, sich schon mit dem Gedanken vertraut zu machen, bald selbst ein Schulkind zu sein. 

Sinnvoll ist es auch, eurem Kind den neuen Schulweg vor dem Schulstart zu zeigen. Dies kann auch in kleinen Grüppchen geschehen, sofern klar ist, ob die Freunde und Freundinnen aus der Nachbarschaft die selbe Schule besuchen werden. Eine vorbereitete Lernumgebung ist außerdem mindestens so wichtig wie die Sicherheit im Straßenverkehr. Beim Schulranzen-Kauf sollte also darauf geachtet werden, dass genauso wie an der Kleidung fluoreszierende Farben oder Reflektoren zu sehen sind. Im Ranzen selber dürfen Schreibutensilien wie Stifte, Hefte & Co. nicht fehlen, aber auch eine Brotdose und ein Kinderregenschirm sollten nicht fehlen.

Am allerwichtigsten aber ist - zumindest wahrscheinlich aus Kindersicht - die Schultüte. Diese ist am Einschulungstag ein Muss und kann neben den Lieblingssüßigkeiten viele tolle und nützliche Dinge enthalten. Wir stellen euch unsere 10 Lieblingssachen für die Schultüte vor:

  1. Freundschaftsbuch
  2. Armbanduhr
  3. Schreibbedarf (Anspitzer, Radiergummi, Stifte)
  4. Gesunde Leckereien (Nüsse, Trockenfrüchte, Müsliriegel)
  5. Portemonnaie
  6. Lesezeichen
  7. Schlüsselanhänger
  8. Kinderpflaster
  9. Glücksbringer
  10. Eine neue EDURINO-Figur

In diesem Sinne kann, zumindest aus unserer Sicht, nichts mehr schief gehen. Wir wünschen euch viel Erfolg, eine ganze Menge Spaß und sind gespannt, wie bei euren Kindern der erste Tag als Schulkind gelaufen ist. Dafür hinterlasst uns doch gerne einen Kommentar unter diesem Artikel. Alles Gute, Euer EDURINO-Team!

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